Reiseinformationen - Heilpflanzen: bei Krankheit
Pflanzliche Medikamente
Grundlagen
Arzneipflanzen werden zu Heilzwecken oder zur Linderung von Symptomen genutzt. Mitunter sind keine pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe bekannt, oft jedoch ist der Übergang zwischen Heil- und Giftpflanzen fließend.
Geschichte
Schon in der Steinzeit und später in den alten Kulturen Ägyptens und Babyloniens wurden Heilpflanzen angewendet. Eine umfangreiche Darstellungen der orientalischen Heilkunst wurde 1000 n. Chr. von Ibn Sina geschrieben. Europa hinkte lange Zeit hinterher, viele Erkenntnisse der Alten Griechen gingen verloren und das Wissen der Araber war nicht verfügbar. Eine Anwendung von Kräutern fand sich am ehesten innerhalb von Klostermauern. Grundlage für die moderne Pflanzenheilkunde wurde durch die Pfarrer Künzle und Kneipp gelegt.
Heutige Situation
Die heutige Bedeutung und Anwendung von Heilpflanzen finden sich vor allem in drei Bereichen.
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Nutzung von hochwirksamen pflanzlichen Wirkstoffen durch die Pharmazeutische Industrie, Bsp. der Malariawirkstoff Artemisinin aus dem Chinesischen Beifuß.
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Klassische europäische Kräuterlehre; Bsp. Nutzung von Pfefferminz, Kamille und Schafgarbe bei Magen-Darm-Beschwerden.
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Verwendung exotischer Heilpflanzen, Bsp. Kräutermischungen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Die TCM enthält neben rationalen Gesundheitsmaßnahmen und der Anwendung von Pflanzenextrakten auch Elemente von Schamanismus, ähnliches gilt auch für die indische Ayurveda-Heilkunde.
Gefahren
Bei der Anwendung von chinesischen Kräutermischungen, die beim Abnehmen helfen sollten, wurden schwere Nierenschäden beobachtet. Risiken bei TCM können u.a. durch Verunreinigungen mit Pestiziden, Schwermetallen, Kortison oder pflanzlichen Giftstoffen bedingt sein. Auch in Ayurveda-Produkten fanden sich dramatische Verunreinigungen. In weiten Teilen fehlen nicht nur wissenschaftliche Wirknachweise, sondern auch jegliche Qualitätskontrollen.
Empfehlungen für Nutzer exotischer Heilpflanzen:
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Mit chinesischen/ indischen Produkten besonders kritisch umgehen.
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Bei TCM-Medikamenten erfragen, ob die Pflanzenprodukte rückstandskontrolliert sind.
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Keine pflanzlichen Präparate nutzen, deren Aufschrift nicht lesbar ist (weil in chinesischen Schriftzeichen geschrieben)
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Bei indischen Produkten, die in Europa verkauft werden, liegen teilweise bereits internationale Qualitätsstandards vor. Hier kann auf Zertifizierungen gemäß GMP („Good Manufactering Practice“), HACCP (vorbeugende Gefährdungsanalyse) und ISO-Normen geachtet werden.
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Qualifizierte Ärzte aufsuchen und sich nicht scheuen, Fragen zur Qualität zu stellen. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal von guten Ärzten ist ihre Kommunikationsfähigkeit, insbesondere im Umgang mit kritischen Fragen und ihre Offenheit bezüglich der Grenzen des eigenen Wissens.
Literatur
- Debelle FD, Vanherweghem JL, Nortier JL. Aristolochic acid nephropathy: a worldwide problem. Kidney Int 2008, 74: 158-69.
- Gogtay NJ, Bhatt HA, Dalvi SS, Kshirsagar NA. The use and safety of non-allopathic Indian medicines. Drug Saf 2002; 25: 1005-19.
- Liu J, Diamond J. China´s environment in a globalizing word. Nature 2005; 435: 1179-86.
RMZ, 03.02.2009