Reiseinformationen - Eradikationsprogramme (Masern) 6/6


Masern-Eradikation: Was wäre, wenn?

Bildquelle: BNI / BW

Vor Einführung der Masern-Impfung starben jedes Jahr Millionen von Menschen an dieser Erkrankung. Selbst in unserer Zeit, wo hochwirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen, lag beispielsweise die Zahl der Masern-Toten im Jahr 2008 noch bei schätzungsweise 164.000. (Moss 2012) Die berechtigte Frage ist daher, lassen sich Masern vollständig „ausrotten“ (eradizieren) ? Biologisch betrachtet lassen sich Masern durchaus beseitigen, dies wurde beispielsweise – zumindest vorübergehend – durch koordinierte Impfprogramme auf dem amerikanischen Kontinent erreicht.

Die Grundvoraussetzungen sind gegeben:

Übertragung
Die Inkubationszeit der Masern liegt bei zehn bis 14 Tagen. Bereits zwei bis drei Tage vor Auftreten des charakteristischen Exanthems ist der Patient ansteckend. Die Ansteckungsgefahr hält bis zu vier Tage nach Beginn des Hautausschlags an. Im Falle von Immunschwäche oder Unterernährung ist eine länger anhaltende Erregerausscheidung möglich. Ansteckungen sind bis maximal drei bis vier Wochen nach Auftreten des Exanthems möglich. Nach überstandener Masern-Infektion kann der Erreger mittels molekularbiologischer Methoden – unabhängig vom (nicht mehr bestehendem) Ansteckungsrisiko - oft sogar noch bis zu vier Monate nachgewiesen werden. Bei der Subakuten Sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE), einer Komplikation der Masern, gelingt es dem Körper überhaupt nicht mehr, die Masernviren zu elimnieren. Obwohl die SSPE selten vorkommt, scheint sie doch häufiger zu sein als früher angenommen. Heute geht man davon aus, dass vier bis elf SSPE-Fälle auf 100.000 Masernerkrankungen kommen.

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, 02.10.2013



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