Reiseinformationen - Venen und Gerinnung
Venen und Gerinnung
Das Risiko einer Thrombose ist individuell sehr verschieden und kann bei allen Reisearten (Flug, Bus, Zug) erhöht sein.
Direkte Ursachen sind:
- Bewegungsmangel und Einschränkung in engen Sitzreihen (sog. „Economy-Class-Syndrom“)
- Flüssigkeitsverluste durch Nierenanregung oder Lufttrockenheit

Quelle: www.channel-japan.com
Die folgenden Faktoren können das Risiko für eine Thrombose erhöhen:
- Übergewicht
- Rauchen
- Hohes Lebensalter
- Körpergröße > 1.90 m oder < 1.60 m
- Orale Empfängnisverhütung
- Schwangerschaft
- Kurz zurückliegende Operationen
- Herzschwäche
- Krebserkrankungen
- Beingipsverbände
- Störungen in der Blutgerinnung (erworben, angeboren, familiär gehäuft).
Ein Aussetzen der Muskelpumpe in den Beinen durch langes Liegen oder Sitzen (unter beengten Bedingungen) führt zur Hemmung der Rückflussgeschwindigkeit des Blutes in den Venen. Die starke Lufttrockenheit auf Langstreckenflügen bzw. eine verminderte Trinkmenge, um eventuelle Toilettengänge zu vermeiden, kann durch Flüssigkeitsverluste zur Eindickung des Blutes führen und zusätzlich gefährden. Kaffee, Tee und Alkohol können Wasser aus dem Körper schwemmen und sollten daher während des Fluges gemieden werden. Wichtig ist vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Verzicht auf Alkohol. Wiederholtes Aufstehen, Herumgehen und rhythmisches Anspannen und Lockerlassen der Beinmuskulatur beugt (neben individuell angepassten Reisestrümpfen) einer Thrombose vor.
Studien zeigten, dass das Risiko für eine Reisethrombose während kurzer Flüge äußerst gering ist. Erst ab einer Flugdauer von mindestens 6-8 Stunden konnte ein statistisch erhöhtes Risiko nachgewiesen werden. Dies gilt vor allem bei Langstreckenflügen in Verbindung mit einem oder mehreren Risikofaktoren.
So beugen Sie Stauungsproblemen vor:
- Lockern beengender Kleidung
- Ausziehen der Schuhe
- von Zeit zu Zeit aufstehen
- zur Toilette gehen
- regelmäßig im Sitzen Übungen durchführen, wie z.B. Anspannen und wieder Lockerlassen der Bein- und Fußmuskulatur
- Optimal wäre, wenn Sie vor dem Flug Zeit fänden, einfache aber wirksame Übungen aus Yoga, Feldenkrais, Pilates oder QiGong zu lernen, die im Sitzen (und sogar bei äußerer Bewegungslosigkeit) ausgeführt werden können.

Quelle: www.aafp.org
Spezielle Hinweise:
- Herz-Kreislauf-Erkrankte mit schweren Grunderkrankungen (z.B. Tumorleiden), Neigung zur „Blutverdickung“ und Personen, die schon einmal eine Thrombose oder Lungenembolie erlitten haben, sind besonders gefährdet. Sie sollten unbedingt mit Ihrem Arzt über vorbeugende Maßnahmen wie das Tragen von Antithrombosestrümpfen und die Anwendung von Antithrombosespritzen für die Flug- oder Fahrtdauer sprechen. Die Anwendung von Aspirin (ASS) hingegen zeigte in Studien keinen Effekt auf die Häufigkeit von tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombosen.
- Für Busreisende besteht wie bei Flugreisenden ggf. ein höheres Thromboserisiko. In Bussen haben Reisende jedoch die Möglichkeit, „aus dringenden Gründen“ den Fahrer hin und wieder zu einer kurzen Extra-Pause zu überreden.
- Bei längerem Höhenaufenthalt kommt es zu einer Vermehrung der roten Blutkörperchen. Dadurch wird das Blut dickflüssiger. Die langsamere Fließgeschwindigkeit erhöht das Risiko für Erfrierungen an Fingern und Zehen sowie für Thrombosen. Deshalb sollten Sie mehrere Liter Flüssigkeit pro Tag trinken und Salzverluste ersetzen.
- In der Schwangerschaft: längeres Sitzen und Bewegungsmangel behindern den Blutkreislauf und begünstigen Thrombosen. Stehen Sie öfters auf und bewegen Sie sich. Ab der 30. Schwangerschaftswoche kann räumliche Enge (Sitz, Gang und Toilette) zum Problem werden.
- Bei Übergewicht: Möglicherweise besteht ein erhöhtes Thromboserisiko auf Langstreckenflügen. Ob besondere Vorsorgemaßnahmen erforderlich sind, sollte mit dem Hausarzt besprochen werden.
Quellen:
RMZ, 03.02.2009