
Bergtrekking und Höhenkrankheit

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Grundlagen
Nicht nur Extremsportler verlassen die Alpen in Richtung Himalaya und Anden, sondern zunehmend häufig auch weniger geübte Reisende. Damit werden Erkrankungen für das reisemedizinische Beratungsgespräch relevant, die früher vor allem in der Höhen- und Expeditionsmedizin von Bedeutung waren. Idealerweise kann man bereits vor der Reisebuchung eine realistische Selbsteinschätzung vornehmen. In allen Zweifelsfällen sollte eine Höhentauglichkeitsuntersuchung (Hausarzt, Internist, Institute für Sportmedizin) durchgeführt werden. Alle wichtigen Fähigkeiten des Bergsteigens und Bergwanderns können unter hervorragenden Rahmenbedingungen in den Alpen erworben werden. Bereits ein Urlaub im Harz kann genutzt werden, um die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern und Natur intensiv zu erleben. Gezielte Trainingsprogramme helfen, sich für ein Trekking in der Höhe fit zu machen.
Auch die eigene innere Einstellung gehört in der Vorbereitung auf einen Hochgebirgsaufenthalt auf den Prüfstand. Das Motto „schneller-höher-weiter“ kann, wenn es nicht mit einem hohen Maße an Kritikfähigkeit (Selbstkritik UND Kritik durch andere) einhergeht, leicht zu unprofessionellem Verhalten führen, mit dem man sich selbst und andere in Gefahr bringt. Ist man sich über seine Reiseziele klar geworden und sind die körperlichen und mentalen Voraussetzungen geschaffen, dann besteht der nächste Schritt in der Suche nach einem qualifizierten und auf Hochgebirgstouren spezialisierten Reiseveranstalter.
Bei einer Trekkingtour, dem Weiterziehen mit der gesamten Ausrüstung, müssen Sie immer mit fehlender oder unzureichender Infrastruktur im Reiseland rechnen. Die Anforderungen und Risiken von Trekkingtouren können stark variieren.
Gefahren beim Bergwandern und Bergsteigen drohen durch körperliche Überforderung, extreme Klimabedingungen (Kälte, Sonne) und die großen Höhe.
Wesentliche körperliche Veränderungen bei Höhenaufenthalt:
Sobald gemütliches Wandern zum Bergwandern wird, ist körperliche Ausdauer erforderlich. Die Leistungsfähigkeit sinkt um 10% pro 1.000 m. Wandern in mittleren Höhen (1.500-2.500 m) ist bereits eine Ausdauerbelastung.
Risiken (Verrenkungen, Unterkühlung) sind bei wetterabhängiger Routenplanung und optimaler Ausrüstung klein.
Häufige Unfallursachen sind:
Eine gute Vorbereitung ist auch das Wichtigste zur Unfallvorbeugung.
Dazu gehören:
Empfehlungen für alle Reisenden
Empfehlungen für Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen
Akute Bergkrankheit
Akute Bergkrankheit und Höhenlungenödem treten je nach Veranlagung innerhalb der ersten Tage während eines ungewohnten Höhenaufenthalts über 2.500 Meter auf. Selbst eine gute Kondition ist kein unbedingter Garant für Höhenverträglichkeit.
Bei Höhen von über 4.500 Meter sind mehr als die Hälfte aller Touristen betroffen, und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht und Trainingszustand.
Anzeichen von akuter Bergkrankheit sind:
Diese Symptome treten mit einem Abstand von sechs bis zwölf Stunden nach Höhenaufenthalt auf und bilden sich meist innerhalb von ein bis zwei Tagen spontan zurück, sofern kein weiterer Anstieg folgt. Besser ist es, man steigt wieder etwas ab. Wenn trotz vorhandener Beschwerden weiter aufgestiegen wird, können sich diese Beschwerden massiv verschlimmern und zu einem Anschwellen des Hirngewebes (Hirnödem) führen. Klinisch zeigt sich ein Hirnödem in einer fortschreitenden Bewusstseinsstörung, die zu Koma und Tod führen kann.
Unter einem Höhenlungenödem versteht man eine Ansammlung von Gewebsflüssigkeit in den Lungen. Zuerst tritt ein trockener Husten auf, dann wird die Atmung zunehmend schneller. In einem späteren Stadium ist die nun massive Atemnot von blutigem und schaumigem Auswurf begleitet. Das Höhenlungenödem kann sich auch ohne die Vorboten der akuten Bergkrankheit ganz plötzlich entwickeln.
Die akute Bergkrankheit und das Höhenlungenödem sollten durch langsamen Aufstieg vermieden werden.
Als Anhaltspunkt gilt, dass oberhalb von 2.500 Metern über dem Meeresspiegel die Schlafhöhe pro 24 Stunden nur um jeweils maximal 500 Meter nach oben verschoben werden sollte. Wenn trotz solcher Vorsichtsmaßnahmen oder bei forciert schnellem Aufstieg eine akute Bergkrankheit oder ein Höhenlungenödem auftreten, ist neben dem sofortigen Abstieg eine ärztliche Behandlung zwingend notwendig.
Wenn zuvor bereits einmal Zeichen einer akuten Bergkrankheit trotz langsamem Aufstieg bei Ihnen aufgetreten sind, oder wenn Sie erstmals einen raschen Aufstieg auf über 4.000 Meter planen, kann ein Arzt zur Vorbeugung Acetazolamid (Diamox®) verschreiben.
Eine medikamentöse Prophylaxe sollte Sie nie dazu verleiten, schneller aufzusteigen. Meiden Sie beim Trekking, Bergsteigen und Höhenwandern auch Nikotin und Alkohol!
Literatur:
HEF, MG, 17.06.2010
Zur Website www.gesundes-reisen.de